Sprechstunde Sexuelle Orientierung, Genderdysphorie und Intersexualität

Informationen

Wir begegnen Ihnen auf Augenhöhe und in einer Atmosphäre der Offenheit und unterstützen Sie auf Ihrem Weg.

Die gesellschaftliche Akzeptanz der unterschiedlichen Präferenzen und Partnerorientierungen wie Bisexualität, Asexualität oder Homosexualität hat zugenommen, trotzdem sind Angst vor Zurückweisung und Ablehnung sowie Scham- und Schuldgefühle bei Betroffenen verbreitet und der Leidensdruck oftmals hoch. Sozialer Rückzug und depressive Entwicklungen können die Folge sein.

Bei der Klärung der eigenen Partnerorientierung, in biografischen Krisen (beispielsweise in der Pubertät bis zum vollen Erwachsensein) oder beim Coming-out im Familien- und Freundeskreis oder am Arbeitsplatz bieten wir professionelle, wohlwollende und vorurteilsfreie Beratung und Begleitung an.

Beim Wunsch einer Geschlechtsangleichung (Genderdysphorie bzw. Transsexualität) bieten wir Ratsuchenden professionelle psychotherapeutische Begleitung an. Es erfolgt eine Standortbestimmung mit einer professionellen Beurteilung, die Begleitung der Transition und bei Bedarf fachärztliche Überweisungen für medizinische Massnahmen wie Hormontherapie, Überweisungen für eine professionelle Haarentfernung, Stimm- und  Kommunikationstherapie und gegebenenfalls operative Angleichungen sowie die Nachsorge. Ergänzend bringen wir Empfehlungen für amtliche und rechtliche Schritte, beispielsweise Vornamens- und Personenstandsänderungen, ein.

Zu Intersexualität sind wir gerne eine erste, unkomplizierte Anlaufstelle mit fachlichem Know-how und Infos zu weiteren Kontaktstellen.

Die professionelle psychotherapeutische Begleitung erfolgt anhand der international anerkannten Richtlinien (World Professional Association for Transgender Health (WPATH, 2012): Standards of Care for the Health of Transsexual, Transgender and Gender Nonconforming People, 7th Version, in deutscher Version SOC V7 German Version) und nationalen Empfehlungen zur Begleitung von transidenten Personen (Von der Transsexualität zur Gender-Dysphorie: Beratungs- und Behandlungsempfehlungen bei TransPersonen (Garcia et al.).Die professionelle psychotherapeutische Begleitung erfolgt anhand der international anerkannten Richtlinien (World Professional Association for Transgender Health (WPATH, 2012): Standards of Care for the Health of Transsexual, Transgender and Gender Nonconforming People, 7th Version, in deutscher Version SOC V7 German Version) und nationalen Empfehlungen zur Begleitung von transidenten Personen (Von der Transsexualität zur Gender-Dysphorie: Beratungs- und Behandlungsempfehlungen bei TransPersonen (Garcia et al.). Wir beraten und begleiten Ratsuchende und Betroffene professionell, wohlwollend und vorurteilsfrei.

Definition
Beim Wunsch einer Geschlechtsangleichung (Genderdysphorie bzw. Transsexualität) bieten wir Ratsuchenden psychotherapeutische Begleitung an. Es erfolgt eine Standortbestimmung mit einer Beurteilung, die Begleitung der Transition und bei Bedarf fachärztliche Überweisungen für medizinische Untersuchungen wie Hormontherapie, Überweisungen für eine professionelle Haarentfernung, Stimm- und  Kommunikationstherapie und gegebenenfalls operative Angleichungen sowie die Nachsorge. Ergänzend bringen wir Empfehlungen für amtliche und rechtliche Schritte, beispielsweise Vornamens- und Personenstandsänderungen, ein.

Unsere Sprechstunde ist eine Fachstelle und eine erste Anlaufstelle für Personen, die Unterstützung bei der Klärung ihrer Partnerorientierung respektive beim Öffentlichmachen ihrer sexuellen Orientierung (Coming-out) im Familien- und Freundeskreis, am Arbeitsort u.ä. wünschen. Ebenso soll unsere Sprechstunde für die Begleitung von transidenten Personen dienen: klärende und beratende Gespräche, Coming-out, Schritte bei der Transition. Auch die psychiatrische Behandlung bei psychischen Folgeerkrankungen aus dem Bereich der Depression, Angst, Sucht u.ä.) ist durch uns gewährleistet.

Genderdysphorie bzw. Transsexualität gilt (ICD-10) bzw. galt bis vor kurzem (DSM 5) als psychische Erkrankung. Ratsuchende wenden sich deshalb an psychiatrisch-psychotherapeutische Institutionen oder werden durch Hausärzte an uns überwiesen.

Angebot

Die professionelle psychotherapeutisch-psychologische Begleitung erfolgt im Team mit der Hintergrundärztin, dem Hintergrundarzt mit folgenden medizinischen Schwerpunkten:

  • Diagnostik und Standortbestimmung (eine Diagnose ist bei Transidentität für die Kostenübernahme durch die Krankenkasse notwendig) Psychotherapie respektive Psychopharmakotherapie, wo notwendig (LGBTI)
  • Fachärztliche Überweisungen und Triagierungen zur medizinischen Untersuchung, für die Hormontherapie/Endokrinologie, für die Stimm- und Kommunikationstherapie, für allfällige Operationen und für die postoperative Nachsorge bei Genderdysphorie/ Transidentität
  • Empfehlungen für amtliche und rechtliche Schritte, beispielsweise Vornamens- und Personenstandsänderungen (Genderdysphorie)
  • Wir pflegen eine Zusammenarbeit mit einer externen Fachinstitution für die Hormontherapie/Endokrinologie

Medikamente
Falls indiziert, erfolgt eine psychopharmakologische Therapie (der eventuellen reaktiven psychischen Erkrankungen) durch einen Arzt oder eine Ärztin.

Diagnostik
Homosexualität wurde im Rahmen des Wechsels von ICD-9 zu ICD-10 im Jahr 1992 aus der Liste der psychischen Störungen gestrichen. Homosexualität ist nicht mehr als psychische Störung zu betrachten und wird nicht klassifiziert. Ebenso sind Bisexualität und Queer (nicht festgelegte Partnerorientierung) als auch Asexualität als freie Formen der gelebten oder ungelebten (sexuellen) Partnerpräferenz zu verstehen und werden nicht als psychische Störungen klassifiziert. Die Diagnostik entfällt.

  • Intersexualität ist keine psychische Störung und wird nicht psychiatrisch klassifiziert. Eine Diagnose bedarf einer medizinischen Abklärung und wird entsprechend triagiert. Intersexuelle Menschen, die psychisch leiden, finden in unserer Sprechstunde eine erste Unterstützung und Beratung.
  • Asexualität ist keine psychische Störung und wird nicht klassifiziert. Bei Leidensdruck können in einem ersten Beratungsgespräch allfällige  somatische Ursachen exploriert und gegebenenfalls triagiert werden (Sexualtherapie, somatische Untersuchung). Auch hier ist eine erste Unterstützung gewährleistet.

Weitere psychische Störungen (möglicherweise im Zusammenhang mit dem Erleben der Zugehörigkeit zu einer Minderheit, «reaktive» Störungen) werden diagnostiziert. Es werden Störungen aus allen Formenkreisen psychischer Erkrankungen berichtet, insbesondere Störungen aus dem affektiven Formenkreis, Angststörungen und Suchterkrankungen. Häufig wird von sozialem Rückzug bis hin zu Suizidversuchen und suizidalen Absichten berichtet.

  • Genderdysphorie (aktuelle Bezeichnung) resp. Transsexualität
    Die professionelle Diagnostik erfolgt anhand der beiden internationalen Klassifikationen psychischer Störungen ICD-10 und DSM-5 in einer ausführlichen biographischen Anamneseerhebung. Die Diagnosen sind: ICD-10 F64.0 Transsexualismus respektive DSM-5 302.85 Genderdysphorie.

Ausschluss respektive Differentialdiagnostik folgender psychischer Störungen

a. Verkennung der geschlechtlichen Identität im Rahmen der Akutsymptomatik einer psychotischen Erkrankung
b. Identitäts- und Rollendiffusion im Rahmen schwerer Persönlichkeitsstörungen
c. Ich-dystone Homosexualität
d. Identitätswechsel im Rahmen struktureller Dissoziation
e. Isolierter (fetischistischer und nichtfetischistischer Transvestitismus
f. Body Integrity Identity Disorder, deren Symptomatik sich auf primäre und/oder sekundäre Geschlechtsmerkmale fokussiert
g. Unsicherheiten hinsichtlich der Geschlechtsidentität im Rahmen biographischer Krisen (z.B. Adoleszenz)

Weitere psychische Erkrankungen (möglicherweise reaktive Folgeerkrankungen respektive zusätzliche psychiatrische Erkrankungen) werden erhoben.

Weiterführende Informationen
TGNS - Verein Transgender Network Switzerland

LGBT- Helpline; Beratungsstelle, kostenlose 24-Std.-Hotline bei Gewalt und Übergriffen

Trans – Eine Informationsbroschüre

Transmenschen. Das Wichtigste in Kürze

Standards of Care: Versorgungsempfehlungen für die Gesundheit von transsexuellen, transgender und geschlechtsnichtkonformen Personen

Von der Transsexualität zur Gender-Dysphorie (Garcia et al.)

Aktuell: Die stille Revolution: eine Übersicht zum aktuellen Stand der Diagnostik und Behandlung von trans* Personen (Gross & Garcia)

Leitlinien Geschlechtsinkongruenz, Geschlechtsdysphorie und Trans-Gesundheit: Diagnostik, Beratung, Behandlung

Psychotherapeutenjournal 16: Sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität – (k)ein Thema in der Psychotherapie? (Wolf & Meyer)

Empfehlungen zur Psychotherapie und Beratung mit lesbischen, schwulen und bisexuellen KlientInnen. (Wolf & Meyer)

Anmeldung

Die Anmeldung erfolgt durch Betroffene selbst, den behandelnden Haus- oder Facharzt, Behörden oder Institutionen oder andere vorbehandelnde Stellen. Ihre Anmeldung nehmen wir telefonisch oder schriftlich entgegen. Wählen Sie dafür einen der genannten Behandlungsorte.

Kostenübernahme

Die Kosten für die Leistungen werden von der Krankenkasse im Rahmen der Grundversicherung (KVG) übernommen, der übliche Selbstbehalt geht zu Lasten der Patientin, des Patienten. Bei Versicherten im Hausarztmodell (HMO) ist die Zuweisung durch den Hausarzt, durch die Hausärztin notwendig. Für Leistungen im Bereich Beratung und Supervision wir ein separater Tarif vereinbart.

Ansprechpersonen

Psychiatrie-Zentrum Linthgebiet, Standort Rapperswil

Nicolas Epper

lic.phil., eidg. anerkannter Psychotherapeut

Leiter Sprechstunde Sexuelle Orientierung, Genderdysphorie und Intersexualität