Gynäkopsychiatrie

Informationen

Wir sind für Sie da bei psychischen Herausforderungen in Zusammenhang mit Ihrem Monatszyklus, bei unerfülltem Kinderwunsch, Schwangerschaft und Geburt, sowie in der ersten Zeit danach. Während dieser anspruchsvollen Entwicklungsschritte und Lebensphasen bieten wir Ihnen eine umfassende und professionelle Beratung, Begleitung und Behandlung an.  

Monatszyklus
Im Rahmen des weiblichen Montaszyklus kommt es zu normalen hormonellen Schwankungen. Manchmal jedoch erreichen diese eine starke Ausprägung, sodass es zu Beschwerden kommen kann, die betroffene Frauen sehr belasten.

Unerfüllter Kinderwunsch
Ein unerfüllter Kinderwunsch, oft auch in Zusammenhang mit einer Kinderwunschbehandlung, stellt eine grosse Herausforderung an die Frau bzw. an das Paar dar, welche zu psychischen Symptomen führen kann. Wir begleiten Frauen im Rahmen einer Kinderwunschbehandlung, aber auch beim Entwickeln alternativer Lebensstrategien, wenn eine definitive Kinderlosigkeit besteht.

Schwangerschaft
Der Übergang zur Mutterschaft stellt im Leben einer Frau eine Herausforderung dar und bedeutet ausserdem eine psychische Neufindung. Die Versorgung des Babys will erlernt sein. Das Selbstbild der Frau verändert sich und die Beziehung zum Kindsvater entwickelt sich von der Zweier- zur Dreierbeziehung. Stören bio-psycho-soziale Belastungssituationen oder überhöhte Rollenerwartungen diesen Prozess, kann sich vor oder nach der Geburt eine Krise entwickeln, beispielsweise eine postpartale Depression.

Manche Frauen erfahren eine Art Hochgefühl überwiegend in dieser Zeit, bei anderen ist sie geprägt von Stimmungsschwankungen, erhöhter Sensibilität, Niedergeschlagenheit und Gereiztheit. In dieser Phase besteht eine hohe Anfälligkeit für das Neuauftreten von psychischen Symptomen oder eine Verstärkung bzw. ein Wiederauftreten einer bereits bekannten psychischen Erkrankung.

Geburt
Die Entbindung selbst wird von vielen Frauen als eine Art Grenzerfahrung erlebt, unabhängig davon, ob sie ein schönes, eher neutrales oder traumatisches Erlebnis war. Insbesondere das Erleben eines Kontrollverlusts, belastet viele Frauen auch noch längere Zeit nach der Geburt und dadurch auch die Mutter-Kind-Bindung. Wir helfen ihnen dabei das Erlebte zu verarbeiten.

Mit dem Befindlichkeitsbogen Edinburgh-Postnatal-Depressions-Skala (EPDS) können Frauen, die das Gefühl haben, dass etwas mit ihrer Stimmungslage nicht stimmt, selbst eine erste Einschätzung ihrer Situation vornehmen. Das Ergebnis kann einen Hinweis darauf geben, ob eine Ärztin oder ein Arzt zur genaueren Abklärung aufgesucht werden sollte. Der Fragebogen ersetzt keine professionelle Beratung und Behandlung. 

Medikamentöse Behandlung
Ist eine psychopharmakologische Behandlung während Schwangerschaft und Stillzeit notwendig, entstehen viele Fragen, da nicht nur die Mutter, sondern auch das Kind davon betroffen sind. 

Fehlgeburt
Wir begleiten Mütter bzw. Eltern, die ihr Kind durch eine späte Fehlgeburt oder eine Totgeburt verloren haben. Auch bei den grossen Anforderungen die eine Frühgeburt oder die Geburt eines Kindes mit Krankheit oder Handicap mit sich bringen, sind wir begleitend und helfend an der Seite der Eltern.

Beratung für Frauen mit Kinderwunsch und psychischer Erkrankung
Wir sprechen das Thema im Rahmen unserer Behandlung offen an und beraten, wenn es um die Behandlung mit Psychopharmaka in der Schwangerschaft geht oder um die Risikobeurteilung hinsichtlich Krankheitsverlauf und gesunder Entwicklung des Kindes geht. Hilfreich für die Auseinandersetzung und Diskussion mit der Thematik zuhause ist unsere Informationsbroschüre.

Weitere hilfreiche Informationen
Mutterglück!? - Ostschweizer Forum für Psychische Gesundheit

Gynäko

Dieses Behandlungsangebot ist ein gemeinsames kantonales Angebot beider St.Galler Psychiatrieverbunde. Für die Beratung und Unterstützung in persönlichen Fragen stehen Ihnen unsere Fachpersonen an allen nachfolgend aufgeführten Standorten zur Verfügung:

PV Kantonskarte Schwangerschaftssprechstunde

Wir bieten eine ambulante psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung an. Um eine Entscheidung zur psychopharmakologischen Behandlung im Rahmen einer Schwangerschaft, ggf auch prophylaktisch für die Postpartalzeit, fällen zu können, beachten wir neben den direkten Auswirkungen auf das ungeborene Kind, insbesondere epigenetische Faktoren, die massiven Einfluss auf die gesunde psychische Entwicklung des Kindes nehmen können. Eine umfassende Aufklärung der Patientinnen ist für uns zentral.

Psychotherapeutisch nehmen wir Bezug auf die Mutterschaftskonstellation nach Stern und legen den Fokus auf bindungsfördernde Massnahmen zwischen Mutter und Kind. Alle Mitarbeiterinnen haben eine abgeschlossene psychotherapeutische Ausbildung in den verschiedenen Schulen. 

Behandlungsangebote

  • Präkonzeptionelle Beratung bei Frauen mit psychischen Erkrankungen und Kinderwunsch
    Wir beleuchten das Thema Kinderwunsch ethisch, sozial, fachlich und unterstützend und zeigen relevante Aspekte bei der Behandlung bzw. Beratung von Frauen mit psychischen Erkrankungen im Hinblick auf ihren Kinderwunsch auf. Interessierten Fachleuten steht auch die entsprechende Beratungsempfehlung zur Verfügung.
  • Konsilien
    Insbesondere für (niedergelassene) Psychiaterinnen und Psychiater besteht die Möglichkeit, Patientinnen konsiliarisch in der Gynäkopsychiatrie vorzustellen. Mögliche Fragestellungen können sein: zyklusabhängige Zustandsschwankungen (trotz bestehender Psychopharmakotherapie), Festlegung eines Procedere bei ungeplanter Schwangerschaft und instabiler psychischer Situation oder bei medikamentöser Behandlung.
  • Einzeltherapie
  • Paartherapie

Themen 

  • PMS/PMDS
  • Psychische Symptome bei unerfüllten Kinderwunsch und / oder im Rahmen einer 
  • Kinderwunschbehandlung
  • Psychische Symptome im Rahmen einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit
  • Schicksalsschläge in der Peripartalzeit (Fehl- oder Totgeburt, neonataler Tod, Frühgeburt, Geburt eines Kindes mit Krankheit oder Handicap)
  • Traumatisch erlebte Geburt
  • Kinderwunsch bei Vorliegen einer psychischen Erkrankung 

Edinburgh-Postnatal-Depressions-Skala (EPDS)
Zuweiserinnen und Zuweiser können mit dem Fragebogen die Befindlichkeit bzw. Depressivität bei Frauen postpartal erheben und einschätzen. Eine hohe Punktzahl im Ergebnis kann auf eine mögliche Depression hinweisen und der Anlass für eine genauere Abklärung sein. 

Vernetzung
Um eine optimale Versorgung gewährleisten zu können, ist eine Abstimmung mit weiteren involvierten Fachpersonen unumgänglich. Dies sind vor allem Psychiaterinnen und Psychiater, Gynäkologinnen und Gynäkologen, Hebammen, Mitarbeiterinnen der Mütter-Väter-Beratung, Kinder- und Hausärztinnen und -ärzte, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der KESB und Kinder- und Jugendpsychiaterinnen und -psychiater.

Bei Treffen im Rahmen des Perinatalen Unterstützungsnetzes der Ostschweiz findet ein direkter Austausch statt. Das Netzwerk wird von der Kantonalen Gesundheitsförderung (ZEPRA) und uns im Rahmen einer Kooperation gemeinsam geleitet.

Auf fachlicher Ebene sind wir insbesondere im deutschsprachigen Raum mit anderen Spezialistinnen und Spezialisten für die Behandlung von Frauen in der Peripartalzeit vernetzt: Marcé-Gesellschaft.

Zudem sind wir Mitglied der Fachkonferenz Frühe Förderung des Kantons St.Gallen.

Vortragstätigkeit 
Wir werden für Referate regelmässig zu Fachtagungen und Kongressen eingeladen, beispielsweise Kongress der Marcé-GesellschaftSGPP-Jahreskongress.

Forschung
Zum Thema «Kinderwunsch bei Frauen mit psychischer Erkrankung» entstand in Kooperation mit der Stiftung Dialog Ethik ein umfassendes Projekt, welches aktuell in der Finalisierung ist und woraus ein praktischer Ratgeber für Behandlerinnen und Behandler abgeleitet wird.

Zur Versorgungsforschung ist aktuell eine Diplomarbeit zur «Korrelation der Diagnose mit der Behandlungsdauer» in der Entstehung, die Ergebnisse werden mit Spannung erwartet.

Anmeldung

Die Anmeldung erfolgt direkt durch die Patientin oder durch ambulante Behandler wie Hausärztinnen und Hausärzte, Gynäkologinnen und Gynäkologen oder Psychiaterinnen und Psychiater:

  • Psychiatrie-Zentrum Heerbrugg, +41 58 178 77 00
  • Psychiatrie-Zentrum Linthgebiet, Rapperswil, +41 58 178 76 11
  • Psychiatrie St.Gallen Nord Standort St.Gallen, +41 58 178 52 00
  • Psychiatrie St.Gallen Nord, Standort Wil,  +41 58 178 10 10

Kostenübernahme

Die Kosten für die Leistungen werden von der Krankenkasse im Rahmen der Grundversicherung (KVG) übernommen, der übliche Selbstbehalt geht zu Lasten der Patientin, des Patienten. Bei Versicherten im Hausarztmodell (HMO) ist die Zuweisung durch den Hausarzt, durch die Hausärztin notwendig. Für Leistungen im Bereich Beratung und Supervision wir ein separater Tarif vereinbart.

Ansprechpersonen

Psychiatrie-Zentrum Rheintal

Psychiatrie-Zentrum Linthgebiet, Standort Rapperswil

Lea Bucher

Lea Bucher

lic.phil., Fachpsychologin für Psychotherapie FSP

Psychologin Ambulatorium

Selbsthilfegruppen

Nachfolgend finden Sie eine Auswahl von möglichen Selbsthilfeangeboten. In einer Selbsthilfegruppe beispielsweise treffen sich Menschen regelmässig, um über persönliche Fragestellungen und Erfahrungen zu diskutieren und zu beraten.

Netzwerk Psychische Gesundheit Schweiz
Kontaktstelle für Selbsthilfegruppen St.Gallen/Appenzell
VASK Ostschweiz
Pro Mente Sana

Suchterkrankungen:
AI-Anon
Sucht Schweiz

Suizid/Tod:
Verein Regenbogen
Trauerbegleitung

Alterspsychiatrie:
Pro Senectute
Schweizerische Alzheimervereinigung
Zentrum Wiitsicht

Telefonhilfe:
Dargebotene Hand
Kinder und Jugendliche

Eltern und Kinder:
Pro Juventute
Kinderschutzzentrum St.Gallen

Hirnverletzte:
Fragile Suisse

Dachorganisation regionaler Kontaktstellen für Selbsthilfegruppen Schweiz:
Selbsthilfe Schweiz
Kontaktstelle für Selbsthilfegruppen Liechtenstein
Team Selbsthilfe Graubünden
Selbsthilfezentrum Zürcher Oberland

Dachorganisation Selbsthilfeangebote in Europa:
Eufami