Wenn der Konsum von Alkohol zur Sucht wird

In der Schweiz geniessen die meisten Menschen in unproblematischer Weise alkoholische Getränke. Jede fünfte Person allerdings trinkt regelmässig zu viel oder zu oft. Wenn über eine längere Zeit regelmässig bzw. übermässig und in steigender Menge konsumiert wird, kann eine Sucht entstehen.

Psychoaktive Substanzen
Eine Suchterkrankung kann grundsätzlich beim Konsum von allen psychoaktiven Substanzen entstehen, beispielsweise bei Alkohol, Nikotin, Medikamente, Partydrogen, THC (Cannabis), Kokain oder Heroin. Anfangs werden die Substanzen eingenommen, um sich besser zu fühlen oder Probleme und den belastenden Alltag zu vergessen. Eine Abhängigkeit kann sich entwickeln, wenn die Substanz über längere Zeit regelmässig, übermässig und in steigender Menge konsumiert wird und die Kontrolle über den Konsum der Substanz verloren geht.

Alkohol ist Teil unserer Kultur
Die meisten Menschen geniessen in unproblematischer Weise alkoholische Getränke bei speziellen Gelegenheiten und in gemütlichen Runden. Jede fünfte Person in der Schweiz trinkt Alkohol missbräuchlich, das heisst, sie trinkt regelmässig zu viel, zu oft oder zur falschen Zeit alkoholhaltige Getränke. Der Anteil der alkoholbedingten Todesfälle an allen Todesfällen liegt in der Schweiz bei den Männern bei rund 10 Prozent, bei den Frauen bei 6 Prozent.

Äussere Anzeichen von Sucht
Typische Anzeichen treffen auf alle Substanzen zu und sind nicht auf den Alkohol begrenzt: starkes Verlangen nach der Substanz, Kontrollverlust, Mengensteigerung, körperliche und psychische Entzugserscheinungen, Vernachlässigung von Interessen und Beziehungen und fortgesetzter Konsum trotz negativer Folgen. 

Folgen der Alkoholsucht
Regelmässiger Alkoholmissbrauch kann die Gesundheit schädigen. Organe können betroffen sein wie beispielsweise die Leber, Bauchspeicheldrüse, Magen und Darm, Herz-Kreislauf-System und dadurch eine verkürzte Lebenszeit. Psychische Folgen können in unterschiedlichen Formen auftreten, beispielswese kognitive Defizite, Ängste, Depressionen und Suizidgedanken. Das soziale Umfeld kann betroffen sein und es kann durch die Sucht zu Jobverlust und zur Zerstörung von sozialen Beziehungen kommen.

Mögliche Ursachen 
Eine Suchterkrankung kann grundsätzlich jeden treffen. Mögliche Ursachen sind: genetische Veranlagung, Stress, psychische Belastungen, seelische Instabilität, problematischer Umgang mit Alkohol in Familie und Freundeskreis.

Wir helfen die Sucht zu überwinden
In unserer umfassenden stationären Behandlung bieten wir Betroffenen mit Alkoholproblemen umfassende Unterstützung in einem professionellen Rahmen an.

Autorin: Nina Schlager, Dr. med. univ., Oberärztin Suchtbehandlung

Betroffene und Angehörige finden individuelle Hilfe auch bei den Suchtberatungen der Gemeinden oder bei: