Weihnachten mit den Augen der Kinder sehen

Weihnachten 2020 wird anders
Weihnachten unter Coronabedingungen stellt uns alle vor weitere Herausforderungen: Wie gelingt es, in diesem Jahr ein besinnliches Fest zu feiern? Wie gehen wir damit um, dass wir geliebte Menschen nicht wie gewohnt sehen können? Klare Absprachen können entlasten und beugen Enttäuschungen vor.

Gemeinsam einen Weg finden
Aktuelle Corona-Schutzmassnahmen des Bundes und allenfalls kurzfristige kantonale Verschärfungen unmittelbar vor den Festtagen, machen die Planung der traditionellen Weihnachtsfeier in der eigenen Familie nicht einfach. Hinzu kommt, dass viele Menschen einen Migrationshintergrund haben und eigentlich über die Festtage in die Herkunftsländer reisen wollten. Was nun oft nicht möglich ist.

Ich selbst musste meine Pläne aufgrund der verschärften österreichischen Einreisebestimmungen kurzfristig umstellen. Meine Familie und ich werden nun erstmals über die ganze Zeit in der Schweiz bleiben. Zu Beginn war ich sehr enttäuscht, traurig und auch ein bisschen wütend. Ich hätte meine Verwandten sehr gerne gesehen. Mittlerweile habe ich die Situation akzeptiert, da ich die Gründe für die Beschränkungen verstehe. Wir werden nun im kleinen Kreis bei uns zu Hause feiern und wahrscheinlich die Taufpatin unseres Sohnes einladen, da sie sonst alleine wäre. Wir haben besprochen, das Risiko dieser Durchmischung einzugehen.

Andere sind vorsichtiger
Unsere Nachbarn sind noch vorsichtiger. Sie sind bereits älter, schätzen das Risiko für sich schwer zu erkranken grösser ein, und verzichten deshalb auf Besuch. Auch auf den ihrer erwachsenen Kinder. Alternativ wollen sie via Laptop und Video kommunizieren.

Kreative Gestaltung gefragt
Nebst dem Einhalten der Schutzmassnahmen und dem Stosslüften, das die Ansteckung durch Aerosole eindämmt, könnten in diesem Jahr viele kreative und ungewohnte Elemente des Feierns zum Zug kommen, beispielsweise:

  • Gemeinsamer Waldspaziergang anstelle des Nachmittagskaffees
  • Gemeinsames Ablaufen der Adventskalender-Fenster im Dorf/Quartier, anstelle des Apéros
  • Raclette oder Grillen im Freien bzw. im Garten anstelle des gewohnten Dreigängers
  • Lieben Menschen, die allein sind, eine kleine Überraschung vor die Haustür stellen
  • Digitale Grüsse versenden: ein selbst gesungenes Weihnachtslied, eine Sprachnachricht oder eine Videobotschaft

Weihnachten und die Rituale geben uns Kraft 
Die Weihnachtszeit bedeutet vielen Menschen sehr viel. Sie ist häufig verknüpft mit emotional besetzten Erinnerungen und mit Sehnsucht nach Ruhe, Geborgenheit und Hoffnung. Für Kinder ist Weihnachten häufig eine magische Zeit. Für sie liegt ein Zauber über den Festtagen.

Wir alle haben in diesem Jahr genug Schwieriges erlebt. Es ist wichtig nun eine Zeit zu haben, in der wir Kraft tanken, uns erholen und uns der Sehnsucht hingeben können. Vielleicht gelingt es trotz der Einschränkungen, den Zauber der Weihnachten wieder durch die Augen der Kinder zu sehen.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie in Ihrer Familie auch in diesem Jahr einen Weg finden, die eigenen Riten und Traditionen zu pflegen, die Ihnen wichtig sind. Und den Mut, neue Formen zu finden und auszuprobieren, denn Rituale stärken die Zusammengehörigkeit. 

Wenn Sie über Weihnachten unsere Hilfe und Unterstützung benötigen, wenden Sie sich bitte an den regionalen ärztlichen Notfalldienst. Darüber hinaus steht Ihnen der Notfalldienst unserer Klinik St.Pirminsberg rund um die Uhr der zur Verfügung: Tel 058 178 303 60 60.

Dr. med. univ. Angela Brucher, Chefärztin