Verlegung Ambulatorium in Heerbrugg

Überbauung Erlen Heerbrugg
Teilbereiche des Ambulatoriums, die aktuell in mehreren Liegenschaften eingemietet sind, werden im Sommer 2022 unter einem Dach zusammengeführt. Sowohl Patientinnen und Patienten als auch die Mitarbeitenden profitieren davon.

Räumlich verzettelt 
Das Psychiatrie-Zentrum Rheintal ist in den vergangenen Jahren aufgrund steigender Nachfrage nach Beratungs- und Behandlungsleistungen kontinuierlich gewachsen. Aktuell befindet sich die Tagesklinik an der Schlossstrasse 203A, das Ambulatorium an der Balgacherstrasse 202 und weitere Teilbereiche sind in mehreren Liegenschaften in unmittelbarer Nähe eingemietet. Der Wunsch nach einer Verbesserung der räumlichen Situation ist seit längerer Zeit präsent.

Spürbare Auswirkungen
Bei den vielen zusätzlichen Wegen ist es bei Notfällen eine Herausforderung, das Personal rasch am richtigen Ort zu haben. Auch Die Interdisziplinarität leidet, weil es schwierig ist im Team Absprachen kurzfristig und unkompliziert zu organisieren. Dazu muss heute mit der Patientin bzw. dem Patienten die Liegenschaften gewechselt werden. Unsere Patienten verbringen also oft unnötig viel Zeit damit, den richtigen Behandlungsort zu finden. 

Aber auch die baulichen Eigenschaften an der Balgacherstrasse machen unseren Patienten und Mitarbeitenden zu schaffen: schlechte Akustikeigenschaften, ungenügende Isolation und Feuchtigkeitsprobleme, dies vor allem in den Sommermonaten. Zudem ist dort der Zugang für mobilitätseingeschränkte Personen erschwert. 

Geplant war Ausbau oberhalb Tagesklinik
Ursprünglich war vorgesehen, auf dem Grundstück hinter der Tagesklinik einen Neubau zu erstellen, in dem das Ambulatorium untergebracht werden sollte. Diese Lösung hätte nicht dazu geführt, alle Bereiche des Ambulatoriums unter einem Dach zu vereinen. Aufgrund der Grösse und der polyvalenten Verwendung von Ambulatorium und Tagesklinik wären weiterhin zwei Hauptgebäude nötig gewesen. Es hätten aufgrund der baulichen Einschränkungen im geplanten Neubau im ebenfalls geplanten Wohnhaus gleich daneben weitere Räume zugemietet werden müssen. Das Vorhaben konnte aufgrund von Einsprachen zum Überbauungsplan nicht umgesetzt werden.

Erlen – neue Chance in Bahnhofsnähe
Nach einer Neubeurteilung der Situation haben wir unsere Fühler nach weiteren möglichen Alternativen ausgestreckt. Das Projekt «Erlen» ist das Siegerprojekt aus einem Architekturwettbewerb und wird als Neubau erstellt. Der Standort ist unmittelbar beim Bahnhof Heerbrugg und somit mit dem öffentlichen Verkehr sehr gut erreichbar. Die Überbauung schafft attraktiven Wohn- und Gewerberaum. Die Verhandlungen bezüglich Einmietung mit der Bauherrschaft habe ich als respektvoll und unkompliziert erlebt und waren zielführend: die Interessen der Bauherrschaft mit denen der Vermieterschaft und zuletzt auch mit denen des Architekten zu verbinden. Dabei braucht es von allen Beteiligten eine gewisse Elastizität und Zukunftsorientierung. 

Grünes Licht der Regierung
Das Psychiatrie-Zentrum wird sich voraussichtlich ab Juli 2022 mit dem Ambulatorium in der Überbauung Erlen einmieten und alle Bereiche des Ambulatoriums unter einem Dach zusammenführen. Sowohl der Verwaltungsrat der Psychiatrieverbunde, als auch das Hochbauamt haben die entsprechenden Grundlagen geprüft und der Verlegung im April 2020 zugestimmt. Am 19. Mai 2020 hat auch die St.Galler Regierung unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen den Mietvertrag genehmigt (RRB Nr. 396).

Vorbereitungen für die Verlegung
Die internen Vorbereitungen für die Verlegung haben bereits begonnen: Verschiedene Projekte resp. Teilprojekte wie beispielsweise die Mitarbeit unserer Fachleute an der Entwicklung der künftigen Raumpläne wurden gestartet. Unsere Patientinnen und Patienten und die Mitarbeitenden sollen sich in den neuen Räumlichkeiten wohl fühlen. Das werden wir stets im Auge behalten. 

Nutzen schaffen
Unsere Patientinnen und Patienten und ihre Angehörigen werden nach unserem Umzug nicht nur zeitgemässe Räumlichkeiten und Zugänge vorfinden, die ihren Bedürfnissen gerecht werden, sondern sie werden auch die unmittelbare Nähe zum Bahnhof und die gute Verkehrsanbindung schätzen. Unsere Mitarbeitenden aus den Teilbereichen des Ambulatoriums können alle im gleichen Gebäude arbeiten. Damit wird die Erreichbarkeit unserer Spezialisten verbessert und unnötige Wege entfallen.

Bis das erreicht ist, gibt es noch einiges zu tun. Ich freue mich auf die Herausforderung, denn die deutlich verbesserten Behandlungsräumlichkeiten schaffen für alle spürbaren Nutzen.
 

Autor: Karlheinz Pracher, Leiter Psychiatrie-Zentrum Rheintal und Linthgebiet, Bildquelle: Baumschlager Eberle Architekten