Trauer und Trauerbewältigung

Trauer und Trauerbewältigung
Trauern hilft den Hinterbliebenen, Abschied zu nehmen und ein Leben ohne die geliebte Bezugsperson zu beginnen. In den meisten Fällen gelingt dieser Prozess.

Trauer ist eine Basisemotion
Als Basisemotionen werden jene Gefühle bezeichnet, die als wesentlicher Bestandteil jeder menschlichen Existenz angesehen werden, beispielsweise Freude, Unsicherheit, Angst oder Wut. Traurigkeit, bzw. Trauer gehören dazu. Sie stellt sich bei einem Verlust eines geliebten Menschen ein (Abschied durch Tod oder Trennung). Der Verlust äussert sich auf verschiedenen Ebenen 

  • Gedanken: z.B.: „Ich verliere jemanden.“, Verleugnung
  • Wahrnehmung: Gefühle von Verzweiflung, Zerrissenheit, Entsetzen, Wut, Leere, Sinnlosigkeit, Sehnsucht, Angst, Schuld
  •  Körperreaktion: Weinen, Schmerz, Energieverlust, Erschöpfungsgefühl, etc.
  • Handlungsdrang: Rückzug, Vermeidungsverhalten 

Trauerreaktionen
Trauer ist an sich keine psychische Erkrankung, sondern Teil des normalen Lebensverlaufes eines jeden Menschen (Birgit Wagner 2016). Die Trauerreaktionen umfassen zwar belastende Symptome wie Schockerleben, Trennungsschmerz, Sehnsucht, intensive Emotionen und körperliche Ermüdbarkeit, bedürfen aber keiner spezifischen psychotherapeutischen oder medizinischen Behandlung. Trauer ist ein universelles Gefühl, die Trauer wird individuell erlebt und der Umgang und die Art und Weise zu trauern wird durch kulturelle Kontexte beeinflusst. Studien zeigen, dass die Mehrheit der Trauernden einen „normalen“ Trauerverlauf erfahren.

Intensiver Trauerprozess
Der Prozess des Trauerns hilft den Hinterbliebenen, Abschied zu nehmen und ein Leben ohne die Bezugsperson zu beginnen. Er beinhaltet:

  • Auseinandersetzung mit existenziellen Fragen
  • Intensive Trauerreaktionen 
  • Anpassung an die neue Realität

Was die Trauerarbeit fördert
Jeder Mensch trauert anders. Und um einen Verlust zu verarbeiten braucht jeder unterschiedlich viel Zeit: 

  • Lassen Sie die Trauer zu, sie ist notwendig für den Heilungsprozess der Seele
  • Schreiben Sie auf, was Sie bewegt, führen Sie ein Trauertagebuch
  • Schreiben Sie einen Brief an die verstorbene Person, an die getrennte Person

Wann ist professionelle Unterstützung nötig?
Professionelle Beratung, Unterstützung und Begleitung ist dann angezeigt, wenn:

  • Die Trauerverarbeitung „kompliziert“ verläuft und lange anhält
  • Die Trauersymptomatik im Verlauf der Zeit nicht abnimmt
  • Starke, impulsive emotionale Reaktionen (Wut, Schuld, Angst) anhalten
  • Die Anpassung an die neue Wirklichkeit nicht gelingt
  • Sich eine Beeinträchtigung im Funktionsniveau zeigt
  • Sich Einsamkeit einstellt
  • Die Situation als ausweglos empfunden wird

Autorin: Dr. phil. Keti Simmen-Janevska, Leitende Psychologin Balancestation

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