Symposium Alterspsychiatrie - Trauma im Alter

Symposium Alterspsychiatrie
Unbehandelte und verdrängte Traumatisierungen während der Kindheit und Jugend oder in späteren Lebensphasen können den Gesundheitszustand und die Lebensqualität im Alter stark beeinflussen und einschränken.

Trauma
Der Begriff Trauma steht für psychische und körperliche Beschwerden, die als Folge eines negativen, erschütternden Ereignisses auftreten, beispielsweise: Tod einer nahestehenden Person, Unfälle, Katastrophen, Gewaltverbrechen, körperliche Verletzungen, Krankheiten. 

Symptome
Nicht alle Betroffenen erkranken nach einem Trauma psychisch. Bleiben die traumatischen Ereignisse unbewältigt, haben sie erkennbare Symptome zur Folge, die unter dem Begriff „Posttraumatische Belastungsstörung PTBS" zusammengefasst werden:

  • Von Ängsten begleitetes unfreiwilliges Wiedererinnern der traumatischen Ereignisse (Bilder, Albträume, Flashbacks)
  • Vermeiden von Auslösern die an das Trauma erinnern, allgemeiner Rückzug, Interessenverlust, innere Teilnahmslosigkeit, Freudlosigkeit
  • Schlafstörungen, Schreckhaftigkeit, erhöhte Reizbarkeit

Im Alter
Wenn die Folgen eines Traumas erst im höheren Alter auftreten (Jahrzehnte nach dem eigentlichen traumatischen Ereignis), können altersspezifische Veränderungen und der körperliche Alterungsprozess der Auslöser sein. In Zusammenhang mit einer Demenzerkrankung erhöht sich zudem das Risiko einer Reaktivierung eines Traumas, da vergangene Erlebnisse leichter erinnert werden als aktuelle.

Behandlung
Die Behandlung von Traumata bei älteren Menschen verlangt spezifische Interventionen und Therapieansätze, die auf das höhere Alter angepasst sind. Um die Betroffenen besser zu verstehen, ist es wichtig, deren individuelle Geschichte, den Ursprung des Traumas und kulturbedingte Verdrängungsmechanismen zu kennen und einzubeziehen.

Unsere Fachveranstaltung
Das Symposium Alterspsychiatrie am 10. November 2022 in Pfäfers legt einen Fokus auf die Thematik. Expertinnen und Experten referieren vertieft zu Prävalenz, Risiken, Diagnose, Traumafolgestörungen, Therapiemöglichkeiten, präventiven Massnahmen und zum Umgang mit bzw. der Pflege von traumatisierten alten Menschen.

Autor: Dr.med. Younis Rawanduzy, Leitender Arzt, Klinik St.Pirminsberg