Resilienz oder psychische Widerstandskraft

Resilienz
Mit Resilienz ist die Fähigkeit gemeint, aus schwierigen Lebensumständen gestärkt hervorzugehen, aus der Krise zu lernen und sich dabei positiv zu entwickeln. Aber wie können wir mit Veränderungen umgehen und Krisen unbeschadet überstehen?

Begriff Resilienz
Der Begriff leitet sich aus dem lateinischen Wort „resilire“ für zurückspringen oder abprallen ab.Im Zusammenhang mit psychischer Gesundheit meint Resilienz die Fähigkeit, Krisen durch Rückgriff auf persönlich und soziale Ressourcen zu meistern und als Anlass für Entwicklungen zu nutzen. 

Gelingender Resilienzprozess
Im Resilienzprozess greifen Menschen auf ihre bewährten Erfahrungen und ihr soziales Umfeld zurück, achten auf die Stabilität ihrer Persönlichkeit und handeln bewusst proaktiv, um vorhandene Spielräume auszunutzen und eine gute Lösung zu erzielen.

Ebenen der Resilienz (nach Al Siebert): 

  • Optimale Gesundheit und Wohlbefinden fördern: Belastungen reduzieren, vitalisierende Aktivitäten steigern, soziales Netzwerk stärken
  • Problembewältigung erlernen: analytisches Problemlösen, Arten des Problemlösens, auf Krisen vorbereiten 
  • «Innere Torhüter»: starkes Selbstvertrauen, gesundes Selbstwertgefühl, entwickeln eines  positiven Selbstkonzeptes 
  • Synergie: fortgeschrittene Resilienzfähigkeiten, Lernfähigkeit und -bereitschaft und Neugier, breites Repertoire an Verhaltensweisen und komplexe Emotionalität 
  • Serendipitätsprinzip (bezeichnet eine zufällige Entdeckung von etwas ursprünglich nicht Gesuchtem, das sich als neue und überraschende Erkenntnis erweist): Kompetenz um aus widrigen Umständen gestärkt hervorzugehen, Rückschläge zum Guten wenden, aus Krisen lernen

Weitere Informationen zum Resilienzkonzept finden Sie hier:

Ihre Resilienz testen
Mit Blick auf die zunehmenden Belastungen und der steigenden Komplexität in Beruf und Privatleben, gewinnt die psychische Widerstandskraft an Bedeutung. Der Fragebogen des Ostschweizer Forums für psychische Gesundheit bietet die Möglichkeit, das eigene Resilienzprofil zu erstellen.

Autorin: Angela Brucher, Chefärztin