Qualitätsarbeit zahlt sich aus

Fehleranfällige Prozesse erschweren manchmal die Zusammenarbeit. Aber sie bieten auch die Chance, Mehrwerte für unsere Patientinnen und Patienten und auch für die Mitarbeitenden zu schaffen.

Bessere Behandlungsergebnisse
Investitionen in die Qualitätsarbeit zahlen sich doppelt aus! Zum einen werden aufgrund von zufriedenen Patientinnen und Patienten und Mitarbeitenden bessere Behandlungsergebnisse erzielt. Zum anderen werden Mängel frühzeitig erkannt und können beseitigt zu werden. 

Einfluss der Digitalisierung
Die Digitalisierung nimmt auch in der Qualitätsarbeit immer mehr Platz ein, dabei stehen Datenanalysen, Managementcockpits und Befragungsinstrumente im Zentrum. Ab 2021 ist geplant, sämtliche Befragungen digital durchzuführen, die entsprechenden Vorbereitungen laufen bereits. 

Das elektronische Patientendossier (EPD) wird zu einer höheren Transparenz führen, jedoch wird von den Nutzerinnen und Nutzern auch viel Eigenverantwortung verlangt: sie müssen sich bewusst sein, welche Auswirkungen die Freigabe von Daten und Dokumenten haben werden und müssen gewillt sein, diese freizugeben, um einen Nutzen zu generieren. 

Für die Unternehmen sieht es ähnlich aus: sie müssen diverse administrative Prozesse einführen, um die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen, erhalten aber Zugang zu Informationen, die bislang nur schwer oder umständlich erreichbar waren. Um einen Mehrwert zu erzielen, erscheint mir neben einer hohen Datenqualität auch die Teilnahmebereitschaft ambulanter Anspruchsgruppen zentral. Nur wenn das EPD-Setting übergreifend Einsatz findet, lässt sich das volle Potential erreichen und nutzen. 

Es braucht Kraft und Ausdauer
Störungs- und fehleranfällige Prozesse erschweren die Zusammenarbeit und ärgern Beteiligte im Alltag allzu oft, doch nur selten fühlt sich jemand Verantwortlich, etwas dagegen zu unternehmen. Mit meinem Prozessverständnis und meiner Unternehmenskenntnis habe ich die Chance, hier Mehrwerte für viele Anspruchsgruppen zu schaffen. 

Die konstant positive Entwicklung unserer Behandlungsqualität in den letzten Jahren motiviert und bekräftig meinen persönlichen Eindruck. Dafür nehme ich auch den einen oder anderen Rückschlag in Kauf. Es wäre zudem falsch zu vermuten, dass in der Qualitätsarbeit alles immer auf Anhieb funktioniert, oft benötigt es mehrere Anläufe und den richtigen Zeitpunkt, um einen Umstand zu verändern. Diese Zeit wollen und können wir uns als Qualitätsbeauftragte nehmen, um die Ziele im Interesse unserer Patientinnen und Patienten mit Ausdauer zu verfolgen und zu erreichen. 

Autor: Marco Sprenger, Leiter Zentralstelle Qualität und Risiko und Datenschutzbeauftragter