Naturnahe Therapie – Natürliche Umwelt als therapeutisches Mittel

Wald
Durch vielfältige naturnahe Aktivitäten wird das psychische und physische Wohlbefinden unserer Patientinnen und Patienten gestärkt und vorhandene Ressourcen gefördert.

Ergänzende Therapien
Patientinnen und Patienten, die in unserer Klinik in Pfäfers eine Behandlung in Anspruch nehmen, können von einer Vielzahl an ergänzenden Therapien profitieren, beispielsweise Arbeits-, Atem-, Aroma-, Bewegungs-, Ergo-, Kunst-, Musiktherapie oder Naturnahe Therapie. Sie werden auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmt und sind integraler Bestandteil der umfassenden stationären Behandlung.

Positive Wirkung 
Die Naturnahe Therapie meint die gezielte Nutzung der Natur zur Steigerung des psychischen und physischen Wohlbefindens. Dabei werden Pflanzen und die natürliche Umwelt als therapeutisches Mittel eingesetzt. Auch die Arbeit im Garten, bietet, abhängig von Wetter und Jahreszeit, vielfältige und naturnahe Aktivitäten. So können Patientinnen und Patienten einer körperlich anspruchsvollen Arbeit mit therapeutischer Begleitung nachgehen. Die dynamischen Tätigkeiten im Freien stärken die körperliche Belastbarkeit und Handlungsfähigkeit und können auf dem Genesungsweg unterstützen.

  • Indoor-Aktivitäten
    Blumenbinden, -stecken, -trocknen, Blumensamengewinnung, Erntelagerung und Verarbeitung (Obst, Gemüse, Beeren, Baumnüsse, Zierfrüchte), Herbstdekorationen, Aussaat in Schalen und Töpfen, Bewässerung, Holzverarbeitung, Holz spalten und sägen (maschinell oder manuell), Holz aufschichten, Anfeuerhilfen (scheiten, binden, wachsen, verpacken), Unterhaltsarbeiten an Geräten, Maschinen, Gebäude und Metallwerkstatt.
  • Outdoor-Aktivitäten
    Gartengestaltung, Rasenpflege, Lebhag-Schnittmassnahmen, Kompostierung, Beete herrichten (Frühling), Setzlinge einpflanzen, Direktsaat in Beete, Bewässerung mit Giesskanne, Unkraut jäten, mulchen mit Grasabschnitt, Erntearbeiten (Blumen, Obst, Gemüse, Beeren, Baumnüsse, Zierfrüchte), Beete räumen (Herbst), Rebbergarbeiten, Waldräumungsarbeiten.

Nutzen für Teilnehmende
Im Rahmen unserer Naturnahen Therapie werden vorhandene Ressourcen der Patientinnen und Patienten präventiv und therapeutisch gefördert und gleichzeitig Freiraum geschaffen, um Ruhe oder Aktivität erleben zu können (Gruppen- oder Einzelarbeit). Individuelle Ziele können dabei sein:

  • Selbstkompetenz (Bewältigung des eigenen Lebens, Umgang mit sich selbst), Stärkung von Belastbarkeit, Konzentrationsfähigkeit, Pünktlichkeit, Selbstwahrnehmung, Selbstakzeptanz, Selbstbewusstsein, Wille, Flexibilität.
  • Sozialkompetenz (Bewältigung des sozialen Lebens, Umgang mit anderen Menschen), Stärkung von Respekt, Toleranz, Akzeptanz, Abgrenzungsfähigkeit, Wahrnehmungsfähigkeit, Teamfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit.
  • Methodenkompetenz (Bewältigung der Sachwelt, Umgang mit der Sachwelt), Stärkung von Ausdauer, Durchhaltevermögen, Aufnahmefähigkeit, Leistungsfähigkeit, Lernbereitschaft, Grob- Feinmotorik, Geschicklichkeit.

Feedbacks unserer Patientinnen und Patienten
«Ich kommen gerne in die Naturnahe Therapie, weil diese ausserhalb des Klinikareals in einem Nebengebäude des ehemaligen Benediktinerklosters stattfindet. Die Atmosphäre und den Ausblick in die Berge geniesse ich sehr!»

«In der die ruhigen und entspannten Therapie kann ich ein direktes Ergebnis sehen. Ich pflanze Gemüse an, welches in der Klinikküche anschliessend zur Zubereitung von Mahlzeiten verwendet wird. Das gefällt mir.»

«Die Arbeiten im Garten oder in der Werkstatt lenken meine Gedanken ab. Durch die Therapie habe ich neue Fähigkeiten entdeckt, die ich auch nach dem Klinikaufenthalt weiterverfolgen werde.»

Autor: Daniel Thür, Systemischer Arbeitsagoge, Arbeitstherapeut Naturnahe Therapie