Jugendliche – Auseinandersetzung mit Emotionen und Bedürfnissen

Jugendliche
App und Emotionenkarte können Jugendliche dabei unterstützen, die ganze Bandbreite ihrer Gefühle besser wahrzunehmen und mit ihnen und den dahinterstehenden Bedürfnissen umzugehen.

Die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen ist durch aktuelle Ereignisse wie die Pandemie, den Krieg in der Ukraine und weitere Faktoren stark belastet. Zusätzliche Veränderungen im Alltag beispielsweise Erschwernisse im Schulbereich, der Wegfall von Freizeitmöglichkeiten sowie finanzielle und gesundheitliche Sorgen in der Familie führen dazu, dass viele junge Menschen unter Angstgefühlen leiden, wütend sind und voller Sorgen in ihre Zukunft schauen.

App für Umgang mit Gefühlen
Im Rahmen der Kampagne «Wie geht‘s dir?» bietet das Ostschweizer Forum für psychische Gesundheit für Jugendliche eine App und eine Emotionenkarte an, die sie dabei unterstützen, die ganze Bandbreite von Gefühlen besser wahrzunehmen und mit ihnen und den dahinterstehenden Bedürfnissen umzugehen.

Anzeichen einer Erkrankung erkennen
Psychische Erkrankungen können jede und jeden treffen, auch junge Menschen. Viele von ihnen wissen gar nicht, dass sie Hilfe benötigen. Ablenkung, Willenskraft oder ein «Kopf hoch» reichen nicht aus, um aus einer psychischen Krise oder Erkrankung herauszukommen! Mögliche Anzeichen einer beginnenden Krankheit sind:

  • Fühle mich seit mehr als zwei Wochen schlecht
  • Kann mich nicht mehr richtig über etwas freuen
  • Hab auf gar nichts mehr Lust
  • Fühle mich traurig und energielos
  • Bin leicht reizbar
  • Ablenkversuche meiner Freunde nützen nichts

Um herauszufinden, ob man nur «schlecht drauf» ist oder ob mehr dahinter steckt, kann auch der Selbsttest auf dem Flyer des Ostschweizer Forums für psychische Gesundheit hilfreich sein. Darüber hinaus sind darin Kontaktstellen für Beratung und Unterstützung gelistet und Tipps für ein gutes Lebensgefühl.

Erste-Hilfe-Kurse für Menschen die mit Jugendlichen arbeiten
Die Kantone St.Gallen und beide Appenzell unterstützen ensa Erste-Hilfe-Kurse für den guten Umgang mit Jugendlichen in einer psychischen Krise mit einem finanziellen Beitrag. Das Angebot richtet sich an Menschen aus den drei Kantonen, die mit Kindern oder Jugendlichen arbeiten.

Autorin: Dr.med.univ. Angela Brucher, Chefärztin