Depression – wie sie Betroffene erleben

Die medizinischen Fachausdrücke, die von Spezialisten der Psychiatrie verwendet werden, sind nicht geeignet für die Betroffenen selbst. Sie sind aus deren Sicht unvollständig und entfremdet sie in ihrer Individualität.

Was ist eine Depression
Eine Depression ist eine weit verbreitete psychische Erkrankung, die durch Traurigkeit, Interesselosigkeit und Verlust an Genussfähigkeit, Schuldgefühle und geringes Selbstwertgefühl, Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, Müdigkeit und Konzentrationsschwächen gekennzeichnet sein kann. Sie kann über längere Zeit oder wiederkehrend auftreten und die Fähigkeit einer Person zu arbeiten, zu lernen oder einfach zu leben beeinträchtigen. Milde Formen können ohne Medikamente behandelt werden, mittlere bis schwere Fälle müssen jedoch medikamentös bzw. durch professionelle Gesprächstherapie behandelt werden (Quelle WHO).

Charakterisierung und Begriffe
Die psychiatrische Diagnostik findet Begriffe zur Charakterisierung von Depressionen, die eine Einteilung der Schweregrade ermöglicht, beispielsweise: tiefe Niedergeschlagenheit, verminderter Antrieb, sozialer Rückzug, Schlafstörungen, innere Unruhe. In diesen medizinischen Beschreibungen erkennen sich an Depression leidende Menschen nicht und deren Angehörige können sich anhand der fachlichen Nomenklatur kaum eine Vorstellung über das emotionale Erleben von Betroffenen machen.

Unterstützung für Angehörige
Es ist mir ein grosses Anliegen, dass Angehörige die Sicht Betroffener und deren Erlebniswelt besser verstehen können und habe dafür ein Referat erarbeitet, in dem ich, um ein besseres Verständnis zu ermöglichen, auch Fallbeispiele präsentiere. Darüber hinaus zeige ich Wege zu einer besseren Kommunikation auf. Das Referat findet am 4. November 2020 um 19.30 Uhr im Saal am Lindenplatz in Schaan FL statt.

Dr. med. Maria Jehle-Danzinger