Depression oder Demenz?

Depression oder Demenz
Das Erkennen von Depressionen im höheren Lebensalter und damit auch die zeitnahe Zuführung der Erkrankten zu optimaler und umfassenden Versorgung stellt Fachleute vor spezielle Herausforderungen.

Eine Depression im Alter kann sich durch Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit, sozialen Rückzug und auffallende Veränderungen der Konzentrations- und Merkfähigkeit zeigen. In diesem Fall ist die sorgfältige Abgrenzung zu einer beginnenden demenziellen Erkrankung für den weiteren Verlauf und die erfolgreiche Behandlung bedeutsam. Wenn diffuse körperliche Beschwerden im Vordergrund stehen, beispielsweise Schmerzen, Schlafprobleme, Schwindel oder Herzbeschwerden, bleiben Depressionen oft unerkannt. Bis die Diagnose «Depression» feststeht, können Monate vergehen.

Ein möglichst rascher Behandlungsbeginn und der Einsatz von antidepressiven Medikamenten ist für die Prognose entscheidend: Je länger zugewartet wird, desto grösser ist die Gefahr der Chronifizierung. Die Folgen einer unbehandelten Depression können gravierend sein und führen zu: Verlust von Lebensqualität, sozialer Isolation, erhöhter Anfälligkeit für weitere Erkrankungen und Hospitalisationen. Besonders ernst zu nehmen ist in diesem Zusammenhang auch die Suizidgefährdung.

Depressionen sind gut behandelbar! Wir bieten wirkungsvolle psychotherapeutische und pharmakologische Interventionen an, die sich an den individuellen Bedürfnissen der Betroffenen orientieren. Unsere Leistungen können je nach Erkrankungsgrad in unterschiedlichen Settings in Anspruch genommen werden: ambulant, tagesklinisch oder stationär. Es ist für uns selbstverständlich, dass wir im Rahmen der umfassenden Diagnostik funktionelle, kognitive und soziale Aspekte mit einbeziehen.

Autor: Dr. med. Younis Rawanduzy, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Leitender Arzt Klinik St.Pirminsberg