Depression ist mehr als Traurigkeit

Wenn Situationen oder Ereignisse eintreten, die aus eigener Kraft nur schwer zu bewältigen sind, kann der Zustand der Niedergeschlagenheit zum ständigen Begleiter werden und zur Depression führen.

Definition Depression
Eine Depression ist eine weit verbreitete psychische Erkrankung, die durch Traurigkeit, Interesselosigkeit und Verlust an Genussfähigkeit, Schuldgefühle und geringes Selbstwertgefühl, Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, Müdigkeit und Konzentrationsschwächen gekennzeichnet sein kann. Sie kann über längere Zeit oder wiederkehrend auftreten und die Fähigkeit einer Person zu arbeiten, zu lernen oder einfach zu leben beeinträchtigen (WHO).
 

Signale des Körpers
Nicht selten wird bei Depression ein Druck auf der Brust verspürt, auch ein Engegefühl, überhaupt spielt das Herz bei einer Depression eine bedeutende Rolle. 70 Prozent der Betroffenen gehen zunächst mit körperlichen Symptomen zum Arzt: Schwindel, Rückenschmerzen, Atemnot, Magen-Darmprobleme, vor allem Verstopfung werden unter anderem beklagt. Insbesondere ältere Menschen erleben die Depression oft stark in Form körperlicher Beschwerden.

Abwesenheit von Empfindungen
Depression ist mehr als Traurigkeit und gleicht eher einer Abwesenheit sämtlicher Empfindungen. Sie kann das Gefühl absoluter Sinnlosigkeit hervorrufen, in dem es weder Perspektiven noch Hoffnung gibt. Scham und Schuldgefühle oder zunächst Erschöpfung leiten einen sozialen Rückzug ein, bei dem oft jegliche Kommunikation zum Stillstand kommt. Alles erscheint unterschiedslos grau, ohne Schattierungen, während das Herz zu versteinern scheint. Der Handlungsspielraum engt sich zunehmend ein, die zunehmende Hoffnungslosigkeit und unter Umständen auch der Gedanke, «anderen zur Last zu fallen», kann ohne adäquate Behandlung zum Suizid führen.

Sich zusammenreissen hilft nicht
Viele Schweizerinnen und Schweizer denken, dass sich Betroffene mit einer Depression «einfach zusammenreissen» könnten und erteilen gutgemeinte Ratschläge. Diese Haltung ist stigmatisierend, weil Depression mit persönlicher Schwäche gleichgesetzt wird. Erkrankte geraten zusätzlich unter Druck, indem sie an sich selbst ebenfalls die unrealistische Erwartungshaltung haben, durch Disziplin und beständige Bemühungen wieder belastbar und fit zu werden.

Ursachen für eine Depression
Eine Depression entsteht aus dem Zusammenwirken von verschiedenen Faktoren. Wie wichtig die einzelnen Faktoren bei der Entstehung sind, ist individuell unterschiedlich. Als Auslöser wirken oft sehr belastende Ereignisse, Verluste oder Überforderungssituationen, auf welche Betroffene sensibler reagieren als andere Personen. Psychosoziale und biologische Aspekte, die eine Rolle bei der Entstehung einer Depression spielen können: Veränderte Lebensumstände und Stress, Erlernte Hilflosigkeit, Genetische Veranlagung, Stoffwechsel- und Funktionsstörungen im Gehirn, Hormone und Schwangerschaft, Medikamente und Drogen. 

Beginn einer Depression erkennen
Phasen, in denen uns Traurigkeit, Einsamkeit, Energielosigkeit und Niedergeschlagen begleiten, gehören zu unserem Leben dazu. Wenn aber Situationen oder Ereignisse eintreten, die aus eigener Kraft nur schwer zu bewältigen sind, kann der Zustand der Niedergeschlagenheit zum ständigen Begleiter werden. So kann aus einer momentanen Niedergeschlagenheit eine Depression entstehen. Sie ist eine ernstzunehmende Erkrankung, an der in der Schweiz 9 Prozent der Bevölkerung leiden. 

Eine Depression bei sich selbst zu erkennen, ist nicht einfach. Nebst den genannten körperlichen Symptomen können die nachfolgenden Hinweise bestärken, ärztliche Unterstützung in Anspruch zu nehmen:

  • Mühe, im Alltag zu bestehen
  • Das Selbstvertrauen verloren
  • Sich nicht mehr konzentrieren können
  • Freude und Interesse an vielen Dingen verloren
  • Ängstlich und nervös sein
  • Sich für alles zuerst überwinden müssen
  • Nach einem Verlust klingt Trauer nicht ab

 
Behandlung
Eine Depression ist gut behandelbar. Nach der Diagnose durch eine Fachperson werden die möglichen Behandlungsoptionen besprochen und gemeinsam mit der Patientin, dem Patienten das am besten geeignete Vorgehen gewählt. Die Interventionen hängen vom Schweregrad ab. Zum Einsatz kommen: Psychotherapie, Medikamente, ergänzende Therapien wie Kunst- und Aromatherapie. Die Krankheit zu akzeptieren und professionelle Hilfe anzunehmen, sind die ersten Schritte in Richtung Genesung.

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Tröstende Worte in der Depression
Treffende und tröstende Worte für einen depressiv erkrankten Menschen zu finden, ist nicht einfach. Die Stiftung "Deutsche Depressionshilfe" hat Betroffene auf Social Media Kanälen danach gefragt und zusammengefasst, welche Worte sie sich in der Depression wünschen würden: