Depot Medikation für eine bessere Lebensqualität

Depotambulanz 2
Durch die gleichmässige Wirksamkeit der Präparate sinkt die Rückfallrate von Patientinnen und Patienten, die an einer Psychose erkrankt sind.

Was sind Depotpräparate?
Depotpräparate sind Arzneimittel, deren spezielle Zubereitung und Herstellung bewirken, dass der in ihnen enthaltene Wirkstoff über einen längeren Zeitraum freigesetzt wird. Depotpräparate werden hauptsächlich für die Langzeitbehandlung von Psychosen eingesetzt. Sie ermöglichen eine optimale Rückfallprophylaxe mit einem besseren Funktionsniveau im Alltag und einer höheren Lebensqualität. Die Wahl des Präparates und die Dosierung richten sich dabei an den individuellen Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten aus. Die Präparate verbessern die Compliance (Bereitschaft zur aktiven Mitwirkung an therapeutischen Massnahmen) von Patientinnen und Patienten und tragen zur Förderung der Arbeitswiedereingliederung und zur Entlastung von Angehörigen bei.

Wo sie zum Einsatz kommen
Ein Jahr nach ihrer Klinikentlassung nehmen nur noch 50 Prozent der Patientinnen und Patienten mit psychotischen Krankheiten ihre antipsychotischen Medikamente ein und erleiden dadurch Rückfälle. Sie führen zu einer Zunahme der Therapieresistenz, Residualsympomatik (Symptome, die auch nach der Ausheilung bzw. nach der im Wesentlichen erfolgreichen Therapie einer Erkrankung weiterbestehen) und Einschränkungen des Alltagsfunktionierens.  

Vorteile 
- Reduktion des Leidendrucks
- Optimale Rückfallprophylaxe
- Erhalt höheres Funktionsniveau im Alltag (Arbeitsfähigkeit, weniger IV-Renten)
- Reduktion stationäre Behandlungen und Behandlungskosten

Risiken/Nachteile 
- Mögliche Unverträglichkeit von Wirkstoffen
- Lokale Reaktionen an der Injektionsstelle (Schmerzen, Entzündung)

Unsere Depotambulanz 
Im Oktober 2020 und im Rahmen eines Pilots startete am Standort Pfäfers unsere Depotambulanz. Sie richtet sich an Patientinnen und Patienten mit einer psychotischen Erkrankung und bietet neben der regelmässigen Verabreichung des individuellen Depotpräparates auch die Möglichkeit zu einem pflegerischen und medizinischen Gespräch, in dem die allgemeine Befindlichkeit sowie die Verträglichkeit und Wirksamkeit der Behandlung angesprochen werden. Auf Wunsch können vor Ort zusätzliche medizinische Leistungen in Anspruch genommen werden, beispielsweise Labor oder EKG.

Unsere Depotambulanz wird von erfahrenen Pflegefachpersonen geführt, die medizinische Leitung obliegt einem Oberarzt der Klinik. Nach der sechsmonatigen Pilotphase und vielen positiven Rückmeldungen von Patientinnen und Patienten, haben wir die Depotambulanz nun in den ordentlichen Klinikbetrieb überführt.

Autor: Pavel Ptyushkin, Oberarzt