Demenz-Impulsabend der Alzheimer St.Gallen und beider Appenzell

Töchter, Söhne und Schwiegerkinder sind in besonderem Masse gefordert, wenn ein Elternteil an Demenz erkrankt. Thematischer Impulsabend am 9. November 2020.

Information und Austausch
Der Impulsabend am 9. November 2020 in Uznach richtet sich speziell an Töchter und Söhne von an Demenz erkrankten Eltern, die einen Überblick über die wichtigsten Themen der Krankheit Demenz erhalten möchten und sich das Rüstzeug für die Begleitung der Eltern holen und dabei die eigenen Ressourcen im Blick behalten wollen.

Sensibilisierung zu Demenz
Alzheimer St.Gallen-Appenzell unterstützt Betroffene und ihre Angehörigen und erleichtert ihnen den Zugang zu spezifischen Angeboten. Als Fachorganisation sensibilisiert sie die Bevölkerung zum Thema Demenz, damit Ängste und Vorurteile abgebaut werden können. 

Wertvolle Hinweise von Angehörigen
In unseren eigenen Kursen für Angehörige «Wissen und Bewältigung-Demenz» kam von Teilnehmerinnen und Teilnehmern immer wieder die Frage auf, wie die Beziehung zwischen Kindern und dem betroffenen Elternteil besser gestaltet werden kann. Dadurch ist das Thema Töchter und Söhne an einem gemeinsamen institutionellen Austausch auf den Tisch gekommen: der Impulsabend ist eine Veranstaltung der ALZsg und findet in den Räumen der Psychiatrie-Dienste Süd in Uznach statt. 

Herausforderung Rollenwechsel
Die grösste Herausforderung für Angehörige ist der Rollenwechsel! Auf einmal brauchen die Eltern die Unterstützung der Kinder. Diese Rollenverschiebung ist für beide Parteien schwierig anzunehmen. Aufgrund der emotionalen Nähe zur betroffenen Personen mit einer Demenz fällt es meist schwer, Abstand zu nehmen. Man stellt daher, die eigenen Bedürfnisse zurück  (Familie, Hobbys, Beruf etc.) und gerät dadurch schneller in eine psychische und körperliche Überforderung, die krank machen kann. 

Was Teilnehmende am Impulsabend mitnehmen
In den zweieinhalb Stunden ist es möglich, sich einen Überblick zum Krankheitsbild, zu Unterstützungsmöglichkeiten und zur Veränderung der Eltern-Kind-Beziehung zu verschaffen. Bei Bedarf empfiehlt sich der Besuch von vertiefenden Angehörigenseminaren, zusätzlich unterstützend wirken auch die Angehörigengruppen von Alzheimer St.Gallen.

Motivation für anspruchsvolle Arbeit
Patientinnen und Patienten, welche mit ihrer Demenz zu mir in die Beratung kommen, motivieren mich sehr!. Und ich habe in den Gruppen mit Demenzerkrankten beobachtet, dass die an Demenz erkrankten Personen, welche die Angehörigen gut aufgeklärt und wenig belastet waren, viel ausgeglichener waren. Für mich wurde dadurch klar, dass wir Fachleute den Angehörigen von Demenzerkrankten noch mehr Unterstützen und Aufklärung bieten müssen, damit es den Betroffenen auch besser gehen kann. In diesem Sinne freue ich mich auf das Referat im Rahmen des Impulsabends und auf den Austausch mit vielen interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Autorin: Kathrina Bächtle, Ergotherapeutin