Corona und die Folgen sozialer Isolation

Folgen sozialer Isolation
Wer über einen längeren Zeitraum soziale Isolation erfährt und sich dadurch einsam fühlt, kann ernsthafte Beschwerden erleiden.

Einsamkeit durch Isolation
Das Gefühl der Einsamkeit kann sehr belasten. Einsamkeit bezeichnet dabei nicht die quantitative Anzahl an Kontakten, sondern die empfundene Qualität der bestehenden Beziehungen, die Verbundenheit zu anderen Menschen. Sich einsam zu fühlen hat Auswirkungen auf die Lebensqualität und damit auf die psychische und physische Gesundheit. In Zeiten der Corona-Pandemie spitzt sich dieses Problem zu. Dieses in den Fokus eines gesamtgesellschaftlichen Diskurses zu rücken, wäre wünschenswert.

Folgen von Isolation und Einsamkeit
Schon bei früheren Pandemien, wie beispielsweise der SARS-Epidemie 2003 in Asien, haben sich Menschen zum Eigen- respektive Fremdschutz von gefährdeten Bezugspersonen in soziale Isolation begeben. Studien aus diesen Zeiten konnten zeigen, dass diese Menschen häufiger an Symptomen der Angst, Schlaflosigkeit oder allgemeinen Stresssymptomen litten (Bai et al., 2004, Wu et al., 2009). Auch längere Zeit nach Beendigung der Quarantänemassnahmen konnten bei einigen Menschen noch depressive Symptome nachgewiesen werden (Liu et al., 2012). 

Einsamkeit kann das Krankheitsrisiko erhöhen
Durch Einsamkeit ausgelöster Stress erhöht die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von körperlichen Erkrankungen wie Beeinträchtigungen des Blutdrucks und des Stoffwechsels, Gefässleiden, Schlafprobleme, Lungenkrankheiten sowie Infektionskrankheiten. Langfristig erlebte negative Stresssymptome durch Einsamkeit können sich auch in Form von Depressivität, Ängstlichkeit oder Wut zeigen.

Wie soziale Isolation in Zeiten der Pandemie vermeiden?
Zwischenmenschliche Kontakte zu pflegen und diese aufrechtzuerhalten sind wesentlich für unsere körperliche und seelische Gesundheit. Sozial eingebunden zu sein hilft, geistige und körperliche Fähigkeiten zu erhalten. In Zeiten der Pandemie bedeutet Teilhabe am sozialen Leben erfinderisch zu sein und zu bleiben. Unternehmen Sie regelmässig etwas mit anderen Menschen, sei es der Austausch per Videotelefonie, einem Winterspaziergang mit einem guten Freund (und dem nötigen Abstand) oder ähnliches. 

Hilfe in Anspruch nehmen
Nutzen Sie Hilfsmittel, beispielsweise die speziellen Austauschplattformen mit Bezug zu Corona und nehmen Sie professionelle Beratung in Anspruch, wenn Ihre Ängste und Unsicherheiten überhandnehmen.

Autorin: Dr. med. Rebecca Classen, Oberärztin