Corona – bewusster Umgang mit Ängsten

Umgang mit Ängsten
Es ist wichtig, sich nicht ständig mit dem Thema Corona zu beschäftigen, damit die Ängste nicht überhandnehmen.

Gesunde Abgrenzung
Es braucht eine gesunde Abgrenzung vom Thema Corona und manchmal auch von äusseren Einflüssen, die uns dazu verleiten, immer wieder darauf zurückzukommen. Insbesondere Handy-Benachrichtigungen sollten im besten Fall abgestellt werden, um selbst entscheiden zu können, wann es sinnvoll ist, sich mit den Nachrichten rund um die Corona-Pandemie auseinanderzusetzen.

Sorgenzeiten einrichten
Unseren Patientinnen und Patienten mit einer Angstthematik raten wir, sich sogenannte «Sorgenzeiten» zu nehmen. In diesen festgelegten Zeitfenstern kann man sich intensiv mit den eigenen Ängsten auseinandersetzten. Dazu eigenen sich Zeiten, in denen nicht die volle Konzentration gefordert ist, beispielsweise abends. Wichtig ist, mit sich selber die Vereinbarung zu treffen, dass man die Sorgenzeiten hat und in der restlichen Zeit aktiv probiert, die Sorgen nicht zuzulassen. Dabei geht es vor allem um Sorgen, an denen man nichts ändern kann. Das Zuwenden und Loslassen wird geübt, man muss es nicht von Anfang an perfekt können. 

  • Täglich eine halbe Stunde bis maximal eine Stunde (muss aber nicht täglich gemacht werden)
  • Bestimmten Ort auswählen, beispielsweise der tägliche Spaziergang 
  • Thema auswählen, mit dem Sie sich beschäftigen wollen
  • Denken Sie intensiv und umfassend über das Thema nach, nicht ablenken lassen
  • Notieren Sie Ihre Gedanken und legen Sie die Notizen dann weg

Sich danach vom Thema abgrenzen
Nach Ablauf der Sorgenzeit ist die bewusste Abgrenzung vom Thema wichtig. Unternehmen Sie danach etwas Schönes. Vielleicht erstellen Sie vorher eine Liste mit attraktiven und freudvollen Aktivitäten. Ausserhalb der festgelegten Sorgenzeiten sollten Sie nicht über das belastende Thema nachdenken. Nach und nach können Sie sowohl die Dauer als auch die Häufigkeit der Sorgenzeiten verringern.
 
Andere Gesprächsthemen finden
Hilfreich ist es auch, andere Gesprächsthemen mit Familie, Freunden oder im Büro zu finden, um auf andere Gedanken zu kommen.

Autorin: Alina Brian, Psychologin MSc, Leiterin ADHS-Ambulanz