Angst und Depression sind gut behandelbar!

Depression und Angst
Angst und Depression gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Sie sind für Betroffene mit Leid und mit Beeinträchtigung in Alltag, Beziehungen und Beruf verbunden. Wenn die Erkrankungen erkannt werden, können sie wirkungsvoll behandelt werden.

Angst
Angstzustände kennen die meisten von uns mehr oder weniger gut: Existenzangst, Zukunftsangst, Angst vor Schicksalsschlägen, vor Krankheiten, Angst vor Arztbesuchen, vor Spritzen, Hunden oder Sozialkontakten (sich zu blamieren), Angst, dass man nicht gut ankommt und ausgelacht wird, Angst dass man verlassen wird.

  • Wann ist Hilfe angezeigt?
    Wenn man sich nicht mehr beruhigen kann, sich der Angst ausgeliefert fühlt, wenn man Panikattacken hat (Herzrasen, Hitze steigt auf, Zittern, Kribbeln, Tunnelblick), wenn man merkt man vermeidet wichtige Dinge, wenn der Leidensdruck gross wird, dann hat die Angst Krankheitswert und man braucht professionelle Hilfe.
     
  • Gut behandelbar 
    Psychotherapie und begleitende Medikamente helfen in der Regel gut.

Depression
Sie kann im Verlauf wiederkehrend oder chronisch werden und tritt häufig mit anderen psychischen oder körperlichen Krankheiten auf.

  • Merkmale 
    Phasen ohne Antrieb, ohne Freude, man fühlt sich gefühllos, leer, wie tot, kann nicht weinen, sich nicht freuen, Interessen und Hobbies sind einem egal. Betroffene kommen in der Regel nicht so leicht selbst aus der Krise. Sätze wie «Reiss dich zusammen», sind fehl am Platz.

    Wichtig ist die Unterscheidung der "Depression" von der Trauer nach einem Verlust (der Tod eines geliebten Menschen, das fühlt sich anders an) oder von Gefühlen von Demoralisation bei Erschöpfung und Mutlosigkeit als Reaktion auf konkrete Probleme (diese gehen vorüber, wenn die auslösenden Ereignisse überwunden und verarbeitet sind).
     
  • Wann Hilfe in Anspruch nehmen?
    Wenn der depressive Zustand länger als zwei Wochen andauert, soll man Hilfe holen.
     
  • Gut behandelbar
    Eine Depression ist in den meisten Fällen gut behandelbar, wenn sie erkannt wird. Deshalb ist es für Betroffene wichtig, über die Beschwerden zu sprechen.

Depression im Alter
Bei Betroffenen ab 65 Jahren spricht man von einer Altersdepression. Die Symptome sind häufig von unspezifischen körperlichen Beschwerden überlagert, beispielsweise Kopf- und Rückenschmerzen oder Schwindel, die Gemütsveränderung vollzieht sich unbemerkt. Wenn der Fokus auf den begleitenden körperlichen Beschwerden bleibt, werden den Hinweisen zu gedrückter Stimmung und Ängsten unter Umständen zu wenig Beachtung geschenkt.

  • Hinweise auf Depression im Alter
    Bedrücktheit durch Einsamkeit, Verlust von Fähigkeiten (was ist normaler Gedächtnisabbau und wo beginnt Demenz), Abnahme von sozialen Kontakten, Alterungsprozess und den damit verbundenen emotionalen Anforderungen, Verlust des Partners und enger Freunde.
     
  • Wann Hilfe in Anspruch nehmen?
    Bei Hinweisen auf eine (versteckte) Depression ist die Inanspruchnahme von psychiatrischer Hilfe angezeigt. Angehörige können bei der Früherkennung wertvolle Unterstützung leisten.
     
  • Gut behandelbar
    Altersdepressionen sind gut behandelbar.

Autorin: Dr. med. univ. Angela Brucher, Chefärztin