Angehörigenbefragung 2020

Mit der Befragung überprüfen wir unsere Dienstleistungsqualität, leiten Verbesserungen ab und richten unsere Beratung und Begleitung noch gezielter an den Bedürfnissen der Angehörigen aus.

Angehörige sind auch betroffen
Die PDS haben verstanden, dass sie Patientinnen und Patienten und deren Probleme nicht isoliert betrachten dürfen. Oft sind auch die Angehörigen von psychisch erkrankten Menschen von einem erhöhten Leidensdruck betroffen: sie machen sich Sorgen, fühlen sich machtlos, leiden möglicherweise unter den finanziellen Folgen, bis anhin gute Kontakte flachen ab oder werden gar abgebrochen, möglicherweise wird die Stimmung gereizt oder aggressiv, die Leistungsfähigkeit (z.B. im Berufsalltag) verändert sich oder es tritt ein Suchtverhalten bei den Betroffenen Patientinnen und Patienten auf. Die genannten Einflussfaktoren haben nicht nur für die Patientinnen und Patienten, sondern auch für deren direktes Umfeld einschneidende Veränderungen zur Folge. Es ist für uns als Fachinstitution daher von grosser Bedeutung, auch den Menschen im Umfeld angemessen zu begegnen um ein Krankheitsverständnis aufzubauen, Fragen zu beantworten, Hilfestellungen anzubieten und Vertrauen zu schaffen, denn ein intaktes Umfeld ist der Schlüssel zur gelingenden Reintegration von psychisch erkrankten Menschen in die Gesellschaft und die Arbeitswelt.

Fragebogen als Grundlage
Die Befragung erfolgt postalisch mittels Papierfragebogen. Ein frankiertes Rückantwortcouvert liegt bei, damit entstehen für die Teilnehmenden Angehörigen keine Zusatzkosten. Verwendet wird ein spezifischer Fragebogen, der 2015 in Zusammenarbeit mehrerer psychiatrischer Institutionen gemeinsam mit der Firma Health Care Research Institute AG (heute POST) speziell zu diesem Zweck entwickelt wurde. Als Adressgrundlagen verwenden wir ausschliesslich Informationen, die Patientinnen und Patienten uns zur Kontaktaufnahme freigegeben haben. Sollten darüber hinaus Angehörige Interesse an einer Teilnahme haben, so können sie sich direkt bei uns melden. Wir senden den Fragebogen gerne zu.

Ein elektronischer Zugriff auf den Fragebogen ist derzeit leider noch nicht möglich. Die Kosten für eine Hybridbefragung (Online & Papier) wären initial zu hoch gewesen. Sofern sich weitere Benchmarkinstitutionen der Befragung anschliessen, wird die Umsetzung kostengünstiger und wir können eine digitale Befragung mit dem Auswertungsinstitut digx GmbH prüfen. 

Befragung läuft bis Februar 2021
Die Befragung startete im Juli mit einer geplanten Laufzeit bis Mitte Februar 2021. Die Laufzeit kann dabei jedoch flexible gehandhabt werden, abhängig von der Höhe des Rücklaufes. Wir erhoffen uns einen Rücklauf von 45 bis 60 Rückmeldungen um ein repräsentatives Ergebnis zu erhalten. Für eine valide Aussagekraft sind in der Regel mindestens 25 Fragebögen nötig. Erste Rückmeldungen sind schon eingetroffen!

Ergebnisse ermöglichen Verbesserungen
Durch die aktuelle Befragung gewinnen wir Erkenntnisse darüber, wie Angehörige die Zusammenarbeit mit uns erlebt haben, wie sie sich informiert, beraten und begleitet fühlten, aber auch, wie aus der Perspektive der Angehörigen die Nachbetreuung organisiert war. Die Antworten werden uns helfen, unsere Dienstleistungsqualität zu überprüfen, um Verbesserungen abzuleiten und Beratung und Begleitung noch mehr an den Bedürfnissen der Angehörigen auszurichten. Die Aufarbeitung der Ergebnisse erfolgt in enger Abstimmung mit der Angehörigenberatung und der Fachlichen Leitung.

Vergleich im Benchmark
Wir haben ein Interesse daran, unsere Ergebnisse mit anderen Institutionen zu vergleichen, um diese besser einschätzen zu können. Ein Benchmark unterstützt diesen Prozess erheblich. Daher haben wir stets versucht, andere Institutionen zu gewinnen, die sich an der Befragung beteiligen. Es freut uns sehr, dass zunehmend mehr Institutionen den Wert eines Benchmarks erkannt haben und sich der Befragung anschliessen. Denn der Austausch, die Vernetzung und die Möglichkeit voneinander zu lernen, ist sehr wertvoll.

Autor: Marco Sprenger, Leiter Zentralstelle Qualität und Risiko und Datenschutzbeauftragter